Woran erkennst du Kompatibilität?

Dr. Daniel Köpke
Woran erkennst du Kompatibilität?

Gibt es für jeden Topf einen passenden Deckel? Ich glaube nicht, dass Kompatibilität unter allen Menschen gleich verteilt ist. Es gibt so etwas wie Universal-Töpfe – Menschen, die mit sehr vielen anderen klarkommen – und es gibt Woks. Was macht eigentlich den Unterschied aus?

Was die Wissenschaft über Kompatibilität sagt

In der psychologischen Fachliteratur sind es vor allem zwei Persönlichkeitsmerkmale, die eine hohe Wahrscheinlichkeit für gute und langfristig stabile Beziehungen voraussagen:

Verträglichkeit

Verträgliche Menschen sind empathischer, kooperationsbereiter und altruistischer. Wenn du verträglichen Menschen eine Geschichte erzählst, ist ihr erster Impuls die Suche nach Gemeinsamkeiten, nach Übereinstimmung, nach Bestätigung. Die Antwort von hochverträglichen Menschen ist oft kein „Nein, aber" – sondern ein „Ja genau, und". Sie widersprechen nicht – sie erweitern. Das macht Gespräche mit ihnen so angenehm und schafft in Beziehungen mehr Harmonie, weniger Konflikte und mehr Beziehungssicherheit.

Emotionale Stabilität (wenig Neurotizismus)

Je neurotischer Menschen sind, desto geringer wird die Beziehungsqualität oft empfunden. Emotional stabile Menschen erleben ein und dieselbe Situation als weniger bedrohlich und gefährlich. Eine stressige Situation wie ein Konflikt löst bei ihnen weniger negative Emotionen aus, die außerdem kürzer andauern. Emotional stabile Menschen sind die „Felsen in der Brandung" – und nachdem die meisten Menschen lieber Zeit mit gut gelaunten Menschen verbringen, haben sie es leichter, einen passenden Partner zu finden.

Kann man das ändern?

Verträglichkeit und Neurotizismus gehören zu den Big Five – den über das Leben hinweg stabilsten Persönlichkeitsmerkmalen. Aber ich glaube nicht, dass man daran gar nichts ändern kann. Es ist nur schwieriger und langwieriger. Und der Effekt auf den Beziehungsalltag wäre wesentlich erfolgsversprechender als ein Kommunikationskurs.

Der beste Weg: Suche dir geeignete Vorbilder. Menschen, die besonders verträglich oder emotional stabil sind. Beobachte, wie sie kommunizieren, wie sie mit Konflikten umgehen, was sie denken und glauben. Je mehr Zeit du mit ihnen verbringst, desto ähnlicher wirst du ihnen.

Und auch ohne persönlichen Kontakt funktioniert das: Podcasts, Interviews, Biographien von Menschen, die diese Qualitäten verkörpern, können denselben Effekt haben. Weil wir den Durchschnitt der fünf Menschen sind, mit denen wir die meiste Zeit verbringen – und das gilt auch für Menschen, mit denen wir uns gedanklich umgeben.

Fazit

Verträglichkeit und emotionale Stabilität erhöhen die Wahrscheinlichkeit für gute, glückliche, erfüllte Beziehungen. Das ist kein Schwarz-Weiß. Es ist ein Spektrum, auf dem jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Und wenn du diesen Podcast hörst und dich für Beziehungen interessierst – bist du wahrscheinlich schon auf dem richtigen Weg.

Weiterlesen: Kompatibilität in Beziehungen – woran man sie erkennt

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